Erkundungstour mit Körpereinsatz

Stadt Ludwigsburg bietet gemeinsam mit Stuttgarter Agentur ab April Segway-Rundfahrten an.

E-Mobilität wird in Ludwigsburg groß geschrieben, ab Mitte April kann man die Stadt daher nun auch mit einem Segway, einer Art Elektro-Zweirad, erkunden. Die Agentur Adventours leitet die Fahrten.

DOMINIQUE LEIBBRAND

Ludwigsburg.Zwei Räder, eine Trittfläche und ein beweglicher Lenker, alles zusammengebaut ergibt einen Segway. Das Elektroroller erinnert an die Kampfwägenrömischer Arenen, wird aber nicht von Pferden gezogen, sondern per Batterie betrieben.
In vielen Ländern Europas ist das Zweirad bereits ein Renner, nun hat auch die Stadt Ludwigsburg das Gefährt für sich entdeckt und will
damit in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Agentur Adventours ab Mitte April Rundfahrten anbieten. Gestern gab's vorab eine Kostprobe. Miriam Rosner vom städtischen Fachbereich Film, Medien, Tourismus sowie Adventours-Chef Volker Rupp stellten den Elektroroller auf dem Rathausplatz in Ludwigsburg vor und hatten auch ein paar Exemplare dabei.
Liebäugelt man das erste Mal mit der Fahrt auf einen Segway, sollte man besser ausblenden, dass Jimi Heselden, der Besitzer der Herstellerfirma, im vergangenen Jahr mit seinem Segway eine Klippe hinunterstürzte und starb. Ansonsten gilt: Aufstieg und Abstieg sind wie Start undLandung beim Fliegen die kritischen Momente. Alles, was danach kommt, ist kinderleicht. Gelenkt wird mit dem Körper, beugt man sich nach vorne, beschleunigt das Zweirad, lehnt man sich nach hinten, bremst der Roller ab und legt dann automatisch den Rückwärtsgang ein. Bremshebel oder Gasgriff gibt es nicht. Ein Helm ist dafür obligatorisch.
Wer Rhythmus im Blut hat, hat den Dreh nach wenigen Minuten raus, aber auch Leute, die nicht so koordiniert sind, kommen mit dem
Elektro-Fahrzeug zurecht, verspricht Adventours-Chef Rupp. Er kann entsprechende Erfahrungen vorweisen. Seit einem Jahr bietet
seine Firma in Esslingen in Zusammenarbeit mit dem dortigen StadtmarketingTouren an. In dieser Zeit hat er schön etliche Leute auf die Segways steigen sehen, darunter auch eine Gruppe Senioren, die einen Heidenspaß gehabt habe, wie er berichtet. Ein paar Voraussetzungen für das Fahrvergnügen gibt es aber: Da man zumindest einen Mofaführerschein besitzen sollte, man auf jeden Fall 15 Jahre oder älter sein. Nicht mehr als 115 Kilo sollte man zudem wiegen und größer als 1,40 Meter sein. Sind diese Kriterien aber erfüllt,
kann's losgehen. Wie in Esslingen werden die Rundfahrten auch in Ludwigsburg von Mitarbeitern von Adventours geleitet werden. Nach
einer kurzen Einweisung geht's vom Rathaushof, wo die Segways an den dafür vorhandenen Steckdosen aufgeladen werden können, über die Bärenwiese, am Blühenden Barock und am Hungerberg vorbei Richtung Neckar, dann am Favoritepark entlangund im großen Bogen über Schlosshof und Markplatz zurück.
Die Stadtführer haben für ihre Gäste Infos zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in petto, erfahrungsgemäß aber wollten die Leute lieber mehr fahren, erzählt Veranstalter Volker Rupp. Unterwegs ist man auf Fahrradwegen, auf der Straße und in Ausnahmefällen auch auf dem Gehweg. Der Untergrund sollte eben sein, doch Pflastersteine und Riesenkiesel wie etwa im Hof des Ludwigsburger Schlosses packt das Elektromobil ebenfalls. Auf bis zu 20 Kilometer pro Stunde kann man damit beschleunigen, geht's bergab oder bergauf, richtet sich der Lenker von alleine auf, damit man nicht zu schnell wird. Mindestens vier und höchstens sieben Personen können an einer Tour teilnehmen. Einziges Manko des Angebots ist der Preis: 44 Euro pro Person zahlt man für die einstündigen Touren, ab Mai soll das Repertoire um zweistündige Fahrten ergänzt werden, die teurer sein werden. Von Seiten der Stadt rechtfertigt man die Kosten mit dem Aufwand, der betrieben werden muss. So müssen die Segways, die pro Stück bei etwa 8500 Euro liegen, beispielsweise für jede Veranstaltung extra nach Ludwigsburg transportiert werden, wie Miriam Rosner erläutert. Eine Stunde auf dem Segway hält sie aber dennoch für mehr als lohnenswert, neben dem Fahrgefühl bekomme man die Sehenswürdigkeiten Ludwigsburgs und die Landschaft drumherum geliefert.
Eine Führung mit erweitertem Radius über die Innenstadt hinaus ins Programm aufzunehmen, war denn auch das Ziel der  Verwaltung, als sie sich mit Adventours zusammentat, wie Rosner erklärt. Mit der Segway Tour bediene man zudem nun auch die Sparte E-Mobilität, und die hat sich Ludwigsburg bekanntlich auf die Fahnen geschrieben.
Info Die Segway-Touren finden ab 14. April immer donnerstags und sonntags statt. Am 10. April gibt's im Rahmen der Veranstaltung „eMotionen" um 13:15 und 17 Uhr ein Schnupperangebotfür 39 Euro. Anmeldung unter Telefon (07141) 9 1022 52. Infos auch im Internet auf www.ludwigsburg.de.

Wer hat's erfunden?
Erfunden wurde der Segwayvom US-Tüfler Dean Kamen. Er hatte das Prinzip der dynamischen Stabilisierung ursprünglich für einen Elektrorollstuhl entwickelt. Der Segway steht von selbst, ein Conputer überprüft 200 Mal pro Sekunde den Neigungswinkel, so dass die Trittfläche stets waagrecht ist. Seit 2009 erlaubt die „Verordnung über die Teilnahme elektronischer Mobilitätshilfen am Verkehr" die Segway-Nutzung in ganz Deutschland.
 
Quelle: Bietigheimer Zeitung 02.04.2011
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