Balance halten bis der Akku leer ist

Ludwigsburg Auf wendigen Elektrorollern kann man sich künftig durch die Stadt führen und fahren lassen.

Von Miriam Hesse

Es muss einem ja nicht so gehen wie dem britischen Millionär und früheren Segway-Chef Jimi Heselden; der im vergangenen Herbst mit dem Elektroroller seiner eigenen Firma über eine Klippe stürzte und im Fluss ertrank. Erstens könne man den abgasfreien, zwei PS starken Einachser „eigentlich intuitiv nur richtig bedienen", sagt der Trainer Volker Rupp, dessen Agentur Abenteuer und Events vor allem für Firmen anbietet. Und zweitens lassen sich die Klippen in Ludwigsburg ganz gut umfahren. Deshalb ist Miriam Rosner vom  städtischen Tourismusteam auch überzeugt, dass die neuen Stadtrundfahrten der Renner werden: „Da lohnt sich nicht nur der Blick auf die Sehenswürdigkeiten, sondern auch das Fahrgefühl. Letzteres hat auch die Düsseldorfer Polizei schon getestet. In Esslingen bietet Rupps Adventours-Agentur seit einem Jahr eine Stadttour über die Weinberge an. „Immer ausgebucht", sagt Rupp. Als dann: Helm auf und Aufsteigen auf die Pedalplatte, die sich selbst ausbalanciert.
Fest auf Gas undBremse steigenmuss der Fahrer hier nicht. Schon mit einer leichten Gewichtsverlagerung nach vorn läuft der Roller vorwärts, beim Zurücklehnen geht auch das Tempo zurück. Der Lenker ist deshalb auch wirklich nur zum Lenken da. Wer ihn allzu sehr nach vorn presst, drückt auch mächtig aufs Tempo. Eine Geschwindigkeit von bis zu 20 Kilometern pro Stunde können die Schwergewichte erreichen, die nach dem Hersteller benannt sind und ursprünglich für Menschen mit Gehbehinderung erfunden wurden. Die Räder rollen, solange der Lithiumlonen-Akku reicht: mit einer vollen Stromladung und je nach Gewicht des Fahrers etwa zwe bis drei Stunden.
„Damit haben wir nicht nur unser Angebot, sondern auch den Radius erweitert", sagt Miriam Rosner. Denn mit den leisen Gefährten lassen sich auch längere Strecken mühelos bewältigen. Die ganz kurzen Wege sind vom Startpunkt Rathaushof aus sowieso tabu: Die mit eigenem Kennzeichen versehenen Stehroller sind als motorisierte Fahrzeuge eingestuft und dürfen nicht in den Fußgängerzonen fahren. Zugelassen sind sie auf Schutzstreifen und Radwegen. Das Alter der Fahrer sei nach oben nicht begrenzt, sagt Rupp, wohl aber nach unten: Wer nicht mindestens einen Mofaschein hat, darf nicht mit dem Segway durch den Straßenverkehr kurven.
Also starten die maximal sieben Teilnehmer erst mal auf der Mathildenstraße zur Bärenwiese, machen den Schlenker auf den Blüba-Garten zu-und drum herum, wagen die steile Rechtskurve vor der Sternenkreuzung und biegen in den Vorhof zum Schloss ein. Dann geht es rasant Richtung Neckar, am Favoritepark entlang und im großen Bogen zurück, diesmal mit Sondergenehmigung für die Cruiser über  den Marktplatz. Wer in den Knien elastisch ist, kriegt weniger ab vom holprigen Untergrund, aber die dicken Reifen federn auch einiges ab: den Schotter vor dem Schloss, die Kopfsteinpflaster am Marktplatz. Am schwersten fällt eigentlich das Absteigen, auch weil das Fahren doch ziemlich Laune macht.

 

Quelle: Stuttgarter Zeitung,  04.04.2011

Service

Kontakt

ADVENTOURS GmbH
Training – Incentive – Event
Hermann-Hesse-Str. 9/1
74523 Schwäbisch Hall

Telefon: +49 (0)791 203348–40
E-Mail: info@adventours.de

Neues Element

Per Doppelklick auf diesen Text kommen Sie in die Bearbeitung.