Sanfte Sanierung ohne Brechstange ist angesagt

Sanierung kann vielerlei sein. Manch einer versucht es mit der Brechstange. Der andere lässt sich ein auf den Geist eines Gebäudes und realisiert seine Träume so, dass selbst Traditionalisten damit einverstanden sein können - und der Denkmal- und der Brandschutz sowieso. Letzterer hat dem heutigen Eigentümer der wohl ungewöhnlichsten Immobilie in Erkenbrechtshausen schon unruhige Nächte beschert: Darf die Feuertreppe nun an die Außenmauer oder nicht? Und was sagen die Denkmalschützer dazu?

Eines ist klar: So wie es ursprünglich mal enstanden ist, steht das Schloss im Crailsheimer Ortsteil jenseits der A 6 ohnehin schon lange nicht mehr da. Im 15. Jahrhundert niedergebrannt, präsentiert sich das Schloss heute als zweiflügelige Anlage, die sich samt Anbauten und Mauer zu einem Viereck schließt und so in der Tat erst später angelegt worden sein dürfte. Urkundlich wurde Erkenbrechtshausen erstmals 1278 in einer Urkunde des Haller Johanniterspitals erwähnt. Im Laufe der der Jahrhunderte bewohnten lediglich zwei ritterliche Familien die Anlage: die von Crailsheim und die von Seckendorffs.

Wenn auch etwas abgelegen, war das Wasserschloss eine jener alten Herrenburgen, die wie die Burleswagen, Hornberg und die Burgen Wollmershausen und Lobenhausen das Jagsttal beherrschten. Das Schloss liegt auf dem höchsten Punkt des Orts, wenn auch ziemlich flach. Der Schlossgraben umzieht den wohnlichen Bau, der auf dem Dach als Zierde einen Turm besitzt, in dem das sogenannte Silbergöckle und eine Turmuhr untergebracht sind. Die nahe gelegene Autobahn sorgte zumindest vor der Übernahme durch die Familie Knödler für reichlich Radau. Dank behutsam-konsequenter Lärmschutzmaßnahmen ist es wesentlich ruhiger geworden.

Die Seckendorffs liegen übrigends in einer Familiengruft im Schloss begraben. Sie waren auch die letzten Besitzer, bevor Professor Ganslandt das Anwesen übernahm und zu renovieren begann. Nach dessen Tod fiel das Erbe an den bayerischen Staat und war über Jahre nicht an neue Eigentümer zu bringen. Schließlich wurde das Schloss 2007 versteigert. Der Zuschlag ging an Steffen Knödler, der da schon ein Konzept für einen Neuanfang hatte.

In Reminiszenz an die Vorbesitzer hat er inzwischen ein Crailsheim-, ein Seckendorff- und ein Ganslandt-Zimmer eingerichtet. Diese Räume können heute junge Selbstständige anmieten und hier ihr Unternehmen durchstarten. els

 Wasserschloss Erkenbrechtshausen

Das Wasserschloss Erkenbrechtshausen im Winterkleid, aber nicht im Winterschlaf: Seit zwei Jahren wird hier nach kühnsten Träumen eine Vision umgesetzt.

 Quelle: Hohenloher Tagblatt, 30.08.2011

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